Forschungsfragen in der Politikwissenschaft: Analytische Forschungsfragen
Mögliche Fragestellungen:
| In der nachfolgenden Abbildung sehen Sie empirische Befunde zur Demokratiezufriedenheit in der west- und ostdeutschen Bevölkerung dargestellt.
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- Formulieren Sie zu dieser Abbildung eine deskriptive Fragestellung. Antwort: Vgl. Kommentierung in Ihrer Klausur.
- Formulieren Sie zu dieser Abbildung eine analytische Fragestellung! Antwort: Vgl. Kommentierung in Ihrer Klausur.
- Warum lassen sich aus solchen Befunden zur Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland nicht unmittelbar Rückschlüsse auf die Qualität der deutschen Demokratie ziehen? Führen Sie knapp ein wesentliches Argument an! Argumentieren Sie in ganzen Sätzen. Antwort: Musterlösung zu Aufgabe 7c (hier nur in Stichpunkten): • die Demokratiezufriedenheit kann aus vielfältigen Gründen auch unabhängig von der Demokratiequalität im Land beurteilt werden (1 Punkt), beispielsweise durch Gewöhnung an die Art des Funktionierens der Demokratie im eigenen Land (1 Punkt) oder durch Indifferenz/Gleichgültigkeit bezüglich der Demokratiegüte, solange die Demokratie irgendwie funktioniert (und Ergebnisse „liefert“) • Ebenfalls als richtig anerkannt: Demokratiezufriedenheit hängt von der individuellen Demokratievorstellung ab (1 Punkt), Demokratieverständnis einer Person muss sich aber nicht mit der Vorstellung von einer normativ „guten“ Demokratie vertragen • Vgl. Kommentierung in Ihrer Klausur.
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| In der nachfolgenden Abbildung sehen Sie empirische Befunde zur Demokratiezufriedenheit in der west- und ostdeutschen Bevölkerung dargestellt.
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- Auf welcher analytischen Ebene wurden diese Daten erhoben? Begründen Sie Ihre Antwort knapp! Antwort: auf der Individualebene → oder: auf der Mikroebene
- Wenn Sie anhand der Daten in der Abbildung eine inhaltliche Interpretation anbieten sollten, für welche analytische Ebene würden Sie dann eine Aussage treffen? Begründen Sie Ihre Antwort knapp! Antwort: auf der Makroebene → oder: auf der Aggregatebene
- Formulieren Sie zu dieser Abbildung eine deskriptive Fragestellung. Antwort: Vgl. Kommentierung in Ihrer Klausur.
- Formulieren Sie zu dieser Abbildung eine analytische Fragestellung! Antwort: Vgl. Kommentierung in Ihrer Klausur.
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| Hinweis: Es ist mindestens eine Antwortvorgabe richtig, es können aber auch mehr sein.
Welches der nachfolgenden Beispiele ist eine nach den Standards der empirischen Sozialforschung fehlerhaft formulierte Hypothese?
a) Je mehr politische Faktenfragen eine Person korrekt beantworten kann, desto größer ist ihr politisches Faktenwissen.
b) Je höher das formale Bildungsniveau in einem Bundesland ist, desto größer ist das politi-sche Interesse einer dort lebenden Person.
c) In Ostdeutschland lehnen mehr Menschen die Wirtschaftssanktionen gegen Russland ab als in Westdeutschland.
d) Ist eine größere Volatilität bei der Bundestagswahl 2021 im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 durch die Erosion der Parteiidentifikation erklärbar?
Korrekt sind a), b), c) und d).
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Auf einer Podiumsdiskussion des Vereins „Mehr Demokratie e.V.“ wird über die Ausweitung direktdemokratischer Instrumente in Deutschland diskutiert. Auf die Forderung einer Podiumsteilnehmerin, bundesweite Volksentscheide einzuführen und die direktdemokratischen Verfahren auf der Landesebene auszubauen, reagiert eine geladene Politikwissenschaftlerin jedoch skeptisch: „Ich denke, wir sollten damit vorsichtig sein. Denn die Menschen unterscheiden sich ja sowieso schon ganz erheblich in ihrer politischen Beteiligung. So nutzen Bürgerinnen und Bürger mehr politische Beteiligungsformen, je formal gebildeter sie sind. Die Ausweitung politischer Beteiligungsformen würde also bestimmte Bevölkerungsgruppen weiter privilegieren.“
- Mit welchem normativen Demokratieprinzip würde laut der Aussage der Politikwissenschaftlerin der Ausbau direktdemokratischer Verfahren in Konflikt geraten? Antwort: mit der politischen Gleichheit
- Die Argumentation der Politikwissenschaftlerin enthält eine Hypothese über die Gründe individueller politischer Beteiligungsunterschiede. Benennen Sie die abhängige Variable (aV) und die unabhängige Variable (uV) in dieser Hypothese! Antwort: • uV: Höhe des formalen Bildungsgrades einer Person, • aV: Zahl/Spektrum der genutzten politischen Beteiligungsmöglichkeiten
- Wenn Sie die in Aufgabe 4b dargelegte Variablenbeziehung theoretisch untermauern sollten: Auf welchen zentralen politikwissenschaftlichen Erklärungsansatz würden Sie hier zurückgreifen? Antwort: • Civic Voluntarism Model (1 Punkt) → Achtung: Punkt wird nur gegeben, wenn der Ansatz ausgeschrieben ist; die Verwendung der Abkürzung wird nicht anerkannt. • Ebenfalls als richtig anerkannt: Sozioökonomisches Standardmodell
- Wie lässt sich der in Aufgabe 4b postulierte Zusammenhang theoretisch begründen? Argumentieren Sie unter Rückgriff auf Argumente aus dem in Aufgabe 4c genannten Erklärungsansatz! Antworten Sie knapp und in ganzen Sätzen! Antwort: • Bezugnahme auf individuelle Ressourcenausstattung als wesentliche Determinanten politischer Partizipation in diesem Erklärungsansatz (1 Punkt), • höhere Bildung (1 Punkt) geht in der Regel mit größeren politische relevanten (vor allem kognitiven) Fähigkeiten und Kompetenzen eines Individuums einher (1 Punkt), • größere individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen fördern die Bereitschaft (1 Punkt) zu umfangreicherer politischer Partizipation (1 Punkt)
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